Materialwahl, Technik und Formwahl sowie Sujet sind abhängig von dem Sinn, den man dem Bild, dem eigenen, zugesteht. Nach diesem Sinn oder auch Wert suche ich immer noch. Im Grunde sind meine Bilder als eine Art Untersuchung zu verstehen. Dabei verbinde ich gerne Klischees von angeblich wertvoller Kunst (altmeisterliche Technik, altbekannte Sujets) mit dem Rapport, der beim Stoff- oder Tapetendruck zur Anwendung kommt, dem Inbegriff von billig = wertlos.  Auf diese Weise vergrößere ich die Fallhöhe, der ich die altmeisterliche Malerei aussetze.

Das barocke Sujet, das ich gerne benutze, entspringt meinem eigenen Lebensgefühl. Der Überfluss, die Dramatik ist etwas, das ich im Leben, aber auch in der Malerei suche. Es spiegelt mein Wesen deutlich besser wider als mein künstlerischer Ausgangspunkt, die Konzeptkunst. Dennoch ist und bleibt die Concept Art mein künstlerisches Zuhause. Die Basis, auf der ich aufbaue.

Ich habe mich immer gefragt, warum ein Bild enden muss. Und wo sollte es enden? Wie findet man ein Ende, das Sinn macht? Das All-Over, mit dem ich viel experimentiert hatte, war für mich keine Lösung, denn auch das endet. Der Rapport als kleinste Einheit einer zumindest gedanklich unendlich fortführbaren Wiederholung in Raum und Zeit sehe ich dagegen als interessante Lösung an.

29. Juni 2021
Anna Vonnemann

 

Engelsturz-600pic

angels fall, acryl on canvas, 8 panels 140 cm x 100 cm (280 cm x 400 cm)

 

 

kreuzabnahme
cross acceptance, oil on canvas, 12 panels 75 cm x 115 cm (300 cm x 345 cm)

 

 

 

dindia-k

Dindia, oil on canvas, 4 panels 39 cm x 30 cm

 

nora-gelb-k

Nora, oil on canvas, 3 panels 36 cm x 28 cm

 

pferd-1

Study of a horse’s head, oil on canvas, 40 cm x 60 cm

 

hands, oil on canvas